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Exchange Traded Funds
Hat Ihnen Ihr Banker schon einmal ein ETF angeboten?
Nein? Der Begriff ETF ist für Sie ein Fremdwort?
Kein Wunder, selten werden die ETFs (Exchange Traded Funds) von den (provisionsgetriebenen) Kundenbetreuern der Banken aktiv vermarktet. Obwohl diese Anlageform mittlerweile auch in Deutschland seit über 10 Jahren etabliert und akzeptiert ist.
ETFs sind börsengehandelte Fonds, die in der Regel einen bestimmten Index (z.B. Dax oder Euro STOXX) abbilden. Sie können börsentäglich gehandelt werden. Die herkömmlichen ETFs verzichten auf ein aktives Management und vertrauen darauf, dass breitgestreute Indizes eine bessere Wertentwicklung bieten, als gezieltes Stockpicking. Und die Performance der Vergangenheit hat dieser Anlageform Recht gegeben. Kaum ein (hochbezahlter) Fondsmanager, der individuelle Entscheidungen über den Kauf und Verkauf von Wertpapieren trifft, war in der Lage über mehrere Jahre hinweg seinen Vergleichsmaßstab (auf neudeutsch „Benchmark“) zu schlagen. Da kein aktives Management von Nöten ist, sind die Verwaltungsgebühren i.d.R. niedriger als bei herkömmlichen Fonds. Des weiteren fällt beim Kauf/ Verkauf kein Ausgabeaufschlag und keine Rücknahmegebühr an. Auch auf Sicherheit wird Wert gelegt. Die gekauften Fondsanteile gehören zu einem Sondervermögen, welches bei einer möglichen Schieflage des Emittenten -losgelöst von dessen Vermögenssituation- weiterhin seinen Wert behält. Ausnahmen bilden Emittenten, die aus Praktikabilitätsgründen bestimmte Basiswerte synthetisch abbilden und dabei auch mit Derivaten (hier: Swaps) arbeiten. Der Einsatz der Derivate ist i.d.R. auf max. 10 Prozent des Fondsvermögens begrenzt. Für diesen Anteil muss das Emittentenrisiko berücksichtigt werden, man sollte gezielt nachfragen, wer denn der Swappartner ist.
Mittlerweile gibt es bei den ETFs eine Vielzahl von Anbietern und auch von Anlagekategorien. Aktien, festverzinsliche Wertpapiere und Anlagemöglichkeiten im Geldmarkt und in Commodities (Rohstoffe) stehen zur Auswahl.
Bei der Wahl eines ETFs sollte man auf einen renommierten Emittenten und einen Index, der einen entwickelten Markt abbildet (z.B. bei Aktien den DAX) Wert legen. Dann ist beim Börsenhandel auch für eine ausreichende Liquidität gesorgt und der Unterschied zwischen dem Geld- und Briefkurs (An- und Verkaufskurs) ist gering. Des weiteren ist darauf zu achten, dass in den Anlagebedingungen eine mögliche Fremdkapitalaufnahme nicht erlaubt ist.
Inzwischen gibt es auch die Möglichkeit mit ETFs regelmäßig zu sparen (zum Beispiel für die Kinder oder Enkelkinder). Da einige Banken bei Ihren ETF- Sparplänen eine Gebühr für jede Einzahlung berechnen, sollte die Sparrate gebündelt werden, d.h. es sollte nicht monatlich sondern eher quartalsweise angelegt werden.
Aber Achtung: ETFs bieten keine Garantie auf risikolose Gewinne, auch diese Anlageform ist vom Markt und seinen Schwankungen abhängig. Aber wer beispielsweise optimistisch im Hinblick auf die Entwicklung des deutschen Aktienmarktes ist, dem bieten ETFs eine preisgünstigere Variante als der von der Hausbank angepriesene eigene Aktienfonds mit Ausgabeaufschlag.
Also überraschen Sie Ihren Banker bei Ihrem nächsten Besuch doch mal mit der Frage nach einem ETF.


