PNHR-Aktuell Sonderausgabe Corona 15.0

News 11/2020, Sonderausgabe Corona

 

I. Novemberhilfe

1. Antragsberechtigung

a) Direkt betroffene Unternehmen und Soloselbständige

Einen Antrag auf die Novemberhilfe können Unternehmen einschließlich Sozialunternehmen (gemeinnützige Unternehmen) sowie Soloselbstständige und selbstständige Angehörige der Freien Berufe im Haupterwerb stellen, deren wirtschaftliche Tätigkeit im November 2020 durch Corona-bedingte hoheitlich angeordnete Betriebsschließungen bzw. Betriebsbeschränkungen, betroffen ist. Dies sind alle Unternehmen und Soloselbstständige, die auf Grundlage von Verordnungen der Länder, die auf dem Beschluss vom 28.10.2020 basieren, den Geschäftsbetrieb ab dem 02.11.2020 einstellen mussten. Beherbergungsbetriebe und Veranstaltungsstätten werden als direkt betroffenen Unternehmen angesehen.

Soloselbstständige und selbständige Angehörige der Freien Berufe sind im Haupterwerb tätig, wenn sie die Summe ihrer Einkünfte im Jahre 2019 zu mindestens 51 % aus ihrer gewerblichen oder freiberuflichen Tätigkeit erzielen. Wurde die gewerbliche oder freiberufliche Tätigkeit nach dem 31.10.2019 aufgenommen, ist auf die Summe der Einkünfte seit Aufnahme der Tätigkeit abzustellen.

b) Indirekt betroffene Unternehmen und Soloselbständige

Indirekt Betroffene sind solche, die nachweislich und regelmäßig mindestens 80 % ihrer Umsätze mit im November geschlossenen Unternehmen erzielen; hierzu zählen zum Beispiel Veranstaltungsfirmen, die mit Veranstaltungsorten zusammenarbeiten.

c) Über Dritte betroffene Unternehmen und Soloselbständige

Über Dritte Betroffene sind solche, die regelmäßig mindestens 80 % ihrer Umsätze durch Lieferungen und Leistungen im Auftrag direkt von den Maßnahmen betroffener Unternehmen über Dritte (zum Beispiel Veranstaltungsagenturen) erzielen. Diese Antragsteller müssen zweifelsfrei nachweisen, dass sie im November 2020 wegen der Schließungsverordnungen einen Umsatzeinbruch von mehr als 80 % gegenüber dem Vergleichsumsatz erleiden. Hierzu zählen Tontechniker, Beleuchter, Bühnenbauer und andere, die für Veranstaltungsfirmen arbeiten, die indirekt betroffen sind.

d)  Mischbetriebe

Im Falle von Unternehmen mit mehreren wirtschaftlichen Tätigkeitsfeldern oder im Falle von teilweisen Schließungen (Mischbetriebe) muss sich ihr Umsatz in der Summe zu mindestens 80 % eindeutig zuordnen lassen

  • zu wirtschaftlichen Tätigkeiten, die direkt vom Lockdown betroffen sind,
  • Umsätzen, die nachweislich und regelmäßig mit indirekt Betroffenen erzielt werden und
  • Lieferungen und Leistungen im Auftrag direkt von den Maßnahmen betroffener Unternehmen über Dritte, die im November 2020 um mehr als 80 % gegenüber dem Vergleichsumsatz zurückgegangen sind.

e) Verbundene Unternehmen

Verbundene Unternehmen sind antragsberechtigt, wenn mehr als 80 % des verbundweiten Umsatzes auf solche wirtschaftlichen Aktivitäten im Verbund entfällt, die als direkt, indirekt oder über Dritte betroffen oder als Mischunternehmen gelten. Dies betrifft etwa eine Holdinggesellschaft, die sowohl Restaurants (geschlossen) und Einzelhandelsunternehmen (weiter geöffnet) hält. Hier wird die Novemberhilfe gezahlt, wenn die Restaurants zu mehr als 80 % des Umsatzes der Holdinggesellschaft beitragen.

f)   Gemeinnützige oder öffentliche Unternehmen

Auch diese Unternehmen sind antragsberechtigt, wenn sie von Schließungsanordnungen konkret betroffen sind. Bei diesen Unternehmen und Organisationen wird statt auf die Umsätze auf die Einnahmen (einschließlich Spenden und Mitgliedsbeiträge) abgestellt. Das betrifft etwa öffentliche Bäder oder Theater.

2. Pauschalierte Förderung

a) Kleinunternehmen bis 50 Beschäftige

Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten sollen eine einmalige Kostenpauschale in Höhe von bis zu 75 % ihres Umsatzes von November 2019 erhalten. Die Höhe errechnet sich aus dem Umsatz des Vorjahresmonates November 2019. Gezahlt werden soll sie tageweise anteilig im angeordneten Lockdown ab dem 02.11.2020.

Bei Gründerunternehmen, die nach dem 31.10.2019 ihre Geschäftstätigkeit aufgenommen haben, kann als Vergleichsumsatz der Monatsumsatz im Oktober 2020 oder der monatliche Durchschnittsumsatz seit Gründung gewählt werden. Soloselbstständige können als Vergleichsumsatz alternativ den durchschnittlichen Monatsumsatz im Jahr 2019 zugrunde legen.

Mit der Novemberhilfe werden - anders als bei der Überbrückungshilfe II - die Fixkosten des Unternehmens pauschaliert; damit sollen detaillierte Nachweise überflüssig gemacht werden. Die tatsächliche Höhe der Fixkosten ist daher bedeutungslos.

b) Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten

Für größere Unternehmen gelten abweichende Prozentanteile vom Vorjahresumsatz. Ihre Höhe wird im Einzelnen anhand beihilferechtlicher Vorgaben ermittelt.

3. Förderhöchstgrenzen

Die Förderungsgrenze ergibt sich aus dem beihilferechtlichen Rahmen, sodass die Novemberhilfe - gestützt auf die EU- Kleinbeihilfenregelung und die De-Minimis-Verordnungen - bis zu 1 Million EURO betragen kann, soweit der bestehende beihilferechtliche Spielraum des Unternehmens dies zulässt.

4. Anrechnung erhaltener Leistungen

Wie auch schon bei den Hilfsprogrammen Überbrückungshilfe I und II müssen sich Antragsteller verschiedene finanzielle Leistungen anrechnen lassen.

a) Anrechnung anderer Finanzhilfen

Eine anderweitig beantragte oder gewährte staatliche Unterstützung für den Zeitraum November 2020 (Kurzarbeitergeld, Überbrückungshilfe usw.) wird vom Erstattungsbetrag der Novemberhilfe abgezogen. Der Erstattungsbetrag wird auf eventuelle spätere Leistungen aus der Überbrückungshilfe für den fraglichen Zeitraum angerechnet, wobei eine Günstigerprüfung stattfindet.

Reine Liquiditätshilfen - wie zum Beispiel rückzahlbare KfW-Kredite - werden nicht angerechnet.

b) Anrechnung von anderweitigen Umsätzen im November

Unternehmen sollen die Umsätze, die sie trotz Schließungsanordnungen mit anderen Modellen im November erzielen, möglichst behalten.

Daher gilt grundsätzlich, dass Umsätze, die im November 2020 trotz der Schließung gemacht werden, bis zu einer Höhe von 25 % des Vergleichsumsatzes im November 2019 nicht angerechnet werden. Um eine Überforderung von mehr als 100 % des Vergleichsumsatzes zu vermeiden, erfolgt bei darüberhinausgehenden Umsätzen eine entsprechende Anrechnung.

c) Anrechnung von Umsätzen aus Lieferdiensten von Restaurants

Für Restaurants wird die Umsatzerstattung auf 75 % der Umsätze im Vergleichszeitraum 2019 mit vollem Mehrwertsteuersatz begrenzt. Damit werden Außerhausverkaufsumsätze mit reduziertem Mehrwertsteuersatz herausgerechnet. Der Entschädigungsanspruch wird daher allein nach dem Umsatz berechnet, den Unternehmen im November 2019 an den Restauranttischen erzielt haben. 

Damit ist sichergestellt, dass sie Laufkundschaft in unbegrenztem Umfang bedienen können, ohne dass sich dadurch ihr Anspruch verringert. Im Gegenzug werden die Außerhausverkaufs-umsätze während der Schließung von der Umsatzanrechnung ausgenommen, um eine Ausweitung des Geschäfts zu begünstigen.

Ähnliches gilt für Hotels, die im November 2020 noch Geschäftsreisende beherbergen dürfen. Solange sie damit nicht mehr als 25 % des Umsatzes aus dem November 2019 generieren, bleibt ihr Anspruch ungeschmälert.

5. Antrags-, Bewilligungs- und Auszahlungsverfahren

a)  Antragstellung über Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwälte

Ein Antrag auf Novemberhilfe kann nur über einen ausdrücklich registrierten Dritten (Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer und Rechtsanwälte) gestellt werden, wenn eine der nachfolgend genannten Voraussetzungen vorliegt:

  1. Die Höhe der zu beantragenden Billigkeitsleistung überschreitet einen Betrag von 5.000 EURO.
  2. Der Antragsteller hat bereits Überbrückungshilfe beantragt.
  3. Beim Antragsteller handelt es sich nicht um Soloselbstständige.

Der Antragsteller hat den Umsatz im Vergleichszeitraum sowie den erzielten bzw. prognostizierten Umsatz im Leistungszeitraum glaubhaft zu machen und soweit erforderlich gegenüber dem prüfenden Dritten durch geeignete Unterlagen die direkte oder indirekte Betroffenheit vom Corona-bedingten Lockdown nachzuweisen. Im Falle einer Betroffenheit über Dritte hat der Antragsteller zudem zweifelsfrei nachzuweisen, dass er im November 2020 wegen der Schließungsverordnungen einen Umsatzeinbruch von mehr als 80 % gegenüber dem Vergleichsumsatz erleidet.

Der Nachweis einer direkten Betroffenheit kann beispielsweise erfolgen durch die im Gewerbeschein, Handelsregister oder der steuerlichen Anmeldung angegebene wirtschaftliche Tätigkeit. Der Nachweis der indirekten Betroffenheit und der Betroffenheit über Dritte kann beispielsweise durch geeignete Umsatzaufstellungen, betriebliche Auswertungen oder Jahresabschlüsse erfolgen.

Soweit der beantragte Betrag der Novemberhilfe nicht höher als 15.000 EURO ist, kann der Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer oder Rechtsanwalt seine Plausibilitätsprüfung auf die Prüfung offensichtlicher Widersprüche oder Falschangaben beschränken.

Nach Ablauf des Leistungszeitraums bzw. nach Bewilligung, spätestens jedoch bis 31.12.2021, legt der Antragsteller über den von ihm beauftragten Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigten Buchprüfer oder Rechtsanwalt eine Schlussabrechnung über die von ihm empfangenen Leistungen vor. In der Schlussabrechnung bestätigt der Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer oder Rechtsanwalt die tatsächliche Länge des Leistungszeitraums, den Vergleichsumsatz sowie den tatsächlich erzielten Umsatz im Leistungszeitraum. Zudem muss die Bestätigung die tatsächlich in Anspruch genommenen Leistungen aus anderen Corona-bedingten Zuschussprogrammen des Bundes und der Länder, die tatsächlichen in Anspruch genommenen Leistungen der Agentur für Arbeit sowie die tatsächlich erhaltenen Versicherungszahlungen umfassen.

Der Antragsteller muss der Bewilligungsstelle über den prüfenden Dritten die Schlussrechnung vollständig und auf Anforderung der Bewilligungsstelle mit allen seine Angaben belegenden Nachweisen vorlegen. Andernfalls mahnt ihn die Bewilligungsstelle einmal an mit einer Fristsetzung von vier Wochen. Kommt der Antragsteller dem nicht nach, kann die Bewilligungsstelle die gesamte Novemberhilfe zurückfordern. Auch die Schlussabrechnung erfolgt ausschließlich in digitaler Form über ein Internetportal des Bundes.

Die Antragstellung über Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer und Rechtsanwälte erfolgt über die Plattform der Überbrückungshilfe.

b)  Direkte Antragstellung für Soloselbständige

Soloselbständige sind bis zu einem Förderhöchstsatz von 5.000 EURO unter besonderen Identifizierungspflichten direkt antragsberechtigt.

Der Antragsteller hat die direkte oder indirekte Betroffenheit vom Corona-bedingten Lockdown zu versichern und auf Anfrage durch geeignete Unterlagen nachzuweisen. Im Falle einer Betroffenheit über Dritte hat der Antragsteller zudem zu versichern und auf Anfrage durch geeignete Unterlagen zweifelsfrei nachzuweisen, dass er im November 2020 wegen der Schließungsverordnungen einen Umsatzeinbruch von mehr als 80 % gegenüber dem Vergleichsumsatz erleidet.

Auf Anforderung der Bewilligungsstelle hat der Antragsteller seine Angaben durch geeignete Unterlagen zu belegen. Die im Zusammenhang mit der Antragstellung verwendeten bzw. erstellten Unterlagen und Belege sind für eine etwaige Prüfung der Verwendung der Novemberhilfe mindestens zehn Jahre bereitzuhalten.

Wichtig ist, dass wie bei der Überbrückungshilfe II, dann, wenn die endgültige Höhe der Billigkeitsleistung die bereits gezahlten Zuschüsse übersteigt, auf entsprechenden Antrag eine Nachzahlung für die Novemberhilfe erfolgt.

Für Soloselbständige ist im Direktantrag für die Authentifizierung zwingend ein ELSTER-Zertifikat erforderlich. Wenn man noch kein Zertifikat besitzt, kann dies über das ELSTER-Portal beantragt werden.

c)  Frist, steuerliche Hinweise und Abschlagzahlungen

Eine Antragstellung ist bis zum 31. Januar 2021 möglich.

Die als Novemberhilfe bezogenen Leistungen sind steuerbar und nach den allgemeinen steuerrechtlichen Regelungen im Rahmen der Gewinnermittlung zu berücksichtigen. Umsatzsteuerrechtlich sind die Novemberhilfen als echte Zuschüsse nicht umsatzsteuerbar.

Für Zwecke der Festsetzung von Steuervorauszahlungen ist die Novemberhilfe nicht zu berücksichtigen.

Die Antragstellung und Auszahlung für die Abschlagszahlungen erfolgt vollelektronisch über die Plattform www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de.

Die Antragstellung ist ab der letzten Novemberwoche 2020 möglich (voraussichtlich 25.11.) Erste Abschlagszahlungen erfolgen ab Ende November 2020.

Soloselbstständige erhalten eine Abschlagszahlung von bis zu 5.000 EURO; andere Unternehmen erhalten bis zu 10.000 EURO.


II. Überbrückungshilfe III

Die Überbrückungshilfe soll auch 2021 fortgeführt und nochmals erweitert werden.

Die Überbrückungshilfe III soll von Januar 2021 bis Juni 2021 gelten. Hier sind weitere Verbesserungen vorgesehen. So wird die Höhe der maximalen Betriebskostenerstattung von 50.000 EURO auf 200.000 EURO angehoben.

Ferner soll es Verbesserungen geben, beispielsweise bei der Einsetzbarkeit von Ausgaben für Instandhaltung, Modernisierungsmaßnahmen oder auch Kosten für Abschreibungen.


III. Neustarthilfe

Ferner soll es eine Neustarthilfe für Solo-Selbstständige geben.

Zusätzlich zur Erstattung von Fixkosten können Solo-Selbständige eine einmalige (für den Zeitraum bis Juni 2021 geltende) Betriebskostenpauschale von bis zu 5.000 EURO beantragen.

  1. Antragsberechtigte

Diese Unterstützungsmaßnahmen richten sich insbesondere an Soloselbstständige, die nur geringe Fixkosten haben, aber dennoch hohe Umsatzeinbrüche erleiden. Voraussetzung ist, dass das Einkommen im Referenzzeitraum (im Normalfall das Jahr 2019) zu mindestens 51 % aus selbständiger Tätigkeit erzielt wurde.

  1. Höhe der Neustarthilfe

Die volle Betriebskostenpauschale wird gewährt, wenn der Umsatz des Soloselbständigen während der siebenmonatigen Laufzeit Dezember 2020 bis Juni 2021 im Vergleich zu einem siebenmonatigen Referenzumsatz 2019 um mehr als 50 % zurückgegangen ist.

Bemessungsgrundlage sind 25 % des siebenmonatigen Referenzumsatzes 2019, maximal aber 5.000 EURO.

Um den Referenzumsatz 2019 zu bestimmen, wird der durchschnittliche monatliche Umsatz des Jahres 2019 zugrunde gelegt (Referenzmonatsumsatz). Der Referenzumsatz ist das Siebenfache dieses Referenzmonatsumsatzes.

Betroffene, die ihre selbstständige Tätigkeit erst nach dem 01.10.2019 begonnen haben und daher keine Jahresumsätze für 2019 vorweisen können, können als Referenzmonatsumsatz entweder den durchschnittlichen Monatsumsatz der beiden Vorkrisenmonate Januar und Februar 2020 oder den durchschnittlichen Monatsumsatz des III. Quartals 2020 (01.07. bis 30.09.2020) wählen.

  1. Anrechnung der Neustarthilfe auf Sozialleistungen

Der einmalige Betriebskostenzuschuss wird nicht auf die Grundsicherung angerechnet und wird, wenn die Antragsvoraussetzungen stimmen, als nicht rückzahlbarer Zuschuss gewährt.

  1. Form der Auszahlung

Die Neustarthilfe soll als Vorschuss ausgezahlt werden, auch wenn die konkreten Umsatzeinbußen während der Laufzeit Dezember 2020 bis Juni 2021 bei Antragstellung noch nicht feststehen.

Sollte der Umsatz während der Laufzeit anders als zunächst erwartet bei über 50 % des siebenmonatigen Referenzumsatzes liegen, sind die Vorschusszahlungen anteilig zurückzuzahlen.

Bei einem Umsatz von 50 % bis 70 % ist ein Viertel der Neustarthilfe zurückzuzahlen, bei einem Umsatz zwischen 70 % und 80 % die Hälfte und bei einem Umsatz zwischen 80 % und 90 % drei Viertel.

Liegt der Umsatz oberhalb von 90 %, so ist die Neustarthilfe vollständig zurückzuzahlen. Wenn die so errechnete Rückzahlung unterhalb eines Bagatellbetrages von 500 EURO liegt, ist keine Rückzahlung erforderlich.

Die Begünstigten müssen nach Ablauf des Förderzeitraums eine Endabrechnung durch Selbstprüfung erstellen. Im Rahmen dieser Selbstprüfung sind etwaige Einkünfte aus abhängiger Beschäftigung zu den Umsätzen aus selbständiger Tätigkeit zu addieren. Der Bewilligungsstelle sind anfallende Rückzahlungen bis zum 31.12.2021 unaufgefordert mitzuteilen und zu überweisen. Zur Bekämpfung von Subventionsbetrug finden Nachprüfungen statt.

  1. Zeitpunkt der Antragstellung

Die Überbrückungshilfe III, die die Neustarthilfe enthalten wird, soll ab dem 01.01.2021 gelten. Die Anträge können einige Wochen nach Programmstart im neuen Jahr gestellt werden.


IV. KfW-Schnellhilfe

Den KfW-Schnellkredit sollen künftig auch Unternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten nutzen können. Auf diesem Weg können sie bei ihrer Hausbank zügig einen Kredit in Höhe von bis zu 300.000 EURO erhalten, abhängig vom Umsatz im Jahr 2019.

Eine Kreditrisikoprüfung findet nicht statt, der Bund übernimmt dafür das vollständige Risiko und stellt die Hausbanken von der Haftung frei. Mehr Informationen zum Schnellkredit finden Sie auf der Webseite der KfW (www.kfw.de).


V. Sonderregelungen beim Kurzarbeitergeld

  1. Erhöhtes Kurzarbeitergeld

Bereits mit dem Sozialschutz-Paket II beschloss die Bundesregierung, dass ab dem vierten Kurzarbeitsmonat ein erhöhtes Kurzarbeitergeld in Höhe von 70 % bzw. bei Beschäftigten mit Kindern in Höhe von 77 % des ausgefallenen Lohnes gewährt wird. Ab dem siebten Kurzarbeitsmonat beträgt das Kurzarbeitergeld 80 % bzw. 87 % des ausgefallenen Lohnes. Das höhere Kurzarbeitergeld wird jedoch nur gewährt, wenn die Arbeitszeit wegen Kurzarbeit im jeweiligen Monat um mindestens 50 % gemindert wurde. Bei der Berechnung der Anzahl der Kurzarbeitermonate wird auf die Monate ab März 2020 abgestellt. Unterbrechungsmonate sind für den Arbeitnehmer jedoch nicht schädlich. Aktuell gelten die Erhöhungen bis zum Jahresende 2020, wobei in die Berechnung der Bezugsmonate alle Monate mit Kurzarbeit ab März 2020 einfließen.

ACHTUNG !!

Auch wenn die Unterbrechungsmonate für den Kurzarbeitergeldanspruch des Arbeitnehmers unschädlich sind, müssen Arbeitgeber handeln. Sie müssen eine neue Anzeige auf Kurzarbeit bei der Bundesanstalt für Arbeit einreichen, wenn die Kurzarbeit für mindestens drei Monate beendet wurde.

Der Gesetzgeber plant, dass erhöhte Kurzarbeitergeld bis zum 31.12.2021 zu verlängern, soweit ein Anspruch auf Kurzarbeitergeld bis zum 31.03.2021 entstanden ist.

  1. Zuschuss zum Kurzarbeitergeld ist steuerfrei

Der Zuschuss des Arbeitgebers zum Kurzarbeitergeld ist steuerfrei und auch nicht sozialversicherungspflichtig, wenn die Summe aus dem Kurzarbeitergeld und dem Zuschuss nicht mehr als 80 % des ausgefallenen Bruttoarbeitslohnes beträgt. Diese Regelung soll im Rahmen des JStG 2020 über den 31.12.2020 hinaus bis zum 31.12.2021 verlängert werden.

Allerdings unterliegt der Zuschuss - wie auch das Kurzarbeitergeld - dem sogenannten Progressionsvorbehalt, d. h. beides wird bei der Ermittlung des Steuersatzes berücksichtigt, dem die im Jahre 2020 steuerpflichtigen Einkünfte unterliegen. Aus diesem Grund müssen Arbeitnehmer mit dem Bezug von Kurzarbeitergeld grundsätzlich eine Einkommensteuererklärung abgeben.

  1. Kindergeldnachweis oftmals für höheren Leistungssatz erforderlich

Arbeitgeber können den höheren Leistungssatz für Eltern mit unterhaltspflichtigen Kindern beim Kurzarbeitergeld nur berücksichtigen, wenn in den elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen (ELStAM) des Arbeitnehmers ein Kinderfreibetrag von mindestens 0,5 eingetragen ist. Dies ist jedoch nur in den Steuerklassen I bis IV möglich. Eltern mit unterhaltspflichtigen (erwachsenen) Kindern im Haushalt sollten allerdings ihre ELStAM-Werte überprüfen und gegebenenfalls kurzfristig anpassen, denn von Amts wegen werden in den ELStAM nur Kinder bis zum vollendeten 18. Lebensjahr berücksichtigt. Arbeitnehmer mit der Lohnsteuerklasse V oder VI müssen bei der Bundesagentur für Arbeit einen Antrag auf Berücksichtigung des erhöhten Kurzarbeitergeldes stellen. Damit dieser Leistungssatz bereits zeitnah angewendet werden kann, sollten betroffene Arbeitnehmer ihrem Arbeitgeber einen Kindergeldnachweis der Familienkasse über ein berücksichtigungsfähiges Kind vorlegen.

(Stand: 19.11.2020)

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