Rentenbesteuerung und Pflicht zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung

Steuertipp 07/2020

 

I. Ausgangslage

Gute Nachricht für alle Rentnerinnen und Rentner. Im letzten Monat stieg die Rente in Westdeutschland um 3,45 % und in den neuen Bundesländern um 4,20 %. Dieser Rentenanstieg kann allerdings dazu führen, dass einige Rentner erstmalig eine Einkommensgrenze überschreiten, die sie zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet. Bemessungsgrundlage für die tarifliche Einkommensteuer ist dabei das zu versteuernde Einkommen. Liegt das zu versteuernde Einkommen oberhalb des sog. Grundfreibetrags (in 2020: € 9.408 bzw. bei der Zusammenveranlagung € 18.816), ist eine Einkommensteuererklärung beim zuständigen Wohnsitzfinanzamt einzureichen. Zu beachten ist dabei, dass die Rentenbezüge nur anteilig steuerpflichtig sind.

II. Besteuerung der Rente

In Deutschland werden Renten zunehmend besteuert. Dafür werden die Beiträge zur Rentenversicherung auch zunehmend steuerlich begünstigt. Dieses Prinzip wird als nachgelagerte Besteuerung bezeichnet. Seit der Einführung im Jahr 2005 wird die nachgelagerte Besteuerung schrittweise umgesetzt, so dass sich die steuerliche Behandlung der Renteneinkünfte vorrangig nach dem Jahr des Rentenbeginns richtet.

Bei einem Rentenbeginn bis zum Jahr 2005 wurden 50 % der Bruttorente als steuerpflichtiger Anteil angesetzt. Dieser Besteuerungsanteil steigt seitdem jährlich für alle Neurentner um 2 %, so dass bei einem Rentenbeginn in 2020 bereits 80 % der Bruttorente steuerpflichtig sind. Ab 2020 erhöht sich der Besteuerungsanteil dann bis zum Jahr 2040 jährlich nur noch um einen Prozentpunkt.

Der steuerfreie Betrag der Rente, also der Rentenfreibetrag, wird grundsätzlich im Folgejahr des Rentenbeginns als Eurobetrag ermittelt und bleibt über die gesamte Laufzeit der Rente unverändert. Anpassungen führen also nicht zu einer Neuberechnung des steuerfreien Betrags, wodurch Rentenerhöhungen eine neue Steuerpflicht auslösen können.

Beispiel:

Rentnerin A erhält seit dem 01. Juli 2018 eine Altersrente. Der Besteuerungsanteil beläuft sich daher auf 76 %. Im Folgejahr 2019 wird der Rentenfreibetrag auf Basis der Jahresbruttorente 2019 für die gesamte Dauer der Rentenzahlung festgesetzt. Unter der Annahme, dass Rentnerin A in 2019 eine Jahresbruttorente von € 12.000 erhielt, ergäbe sich ein Rentenfreibetrag von € 2.880 (€ 12.000 x (1 - 0,76)). Der steuerpflichtige Anteil beliefe sich in 2019 entsprechend auf € 9.120. Durch den Rentenanstieg von 3,45 % würde Rentnerin A in 2020 eine Jahresbruttorente von € 12.207 erzielen (€ 1.000 x 6 + (€ 1.000 x 1,0345) x 6). Hiervon wären unverändert € 2.880 steuerfrei. Der restliche Anteil in Höhe von € 9.327 (€ 12.207 - € 2.880) wäre somit grundsätzlich steuerpflichtig, ist allerdings mit dem Grundfreibetrag (in diesem Fall) vollständig zu verrechnen.

III. Mögliche Doppelbesteuerung

Hinsichtlich einer möglichen Doppelbesteuerung von Beiträgen und Rentenauszah-
lungen sowie deren rechtlicher Überprüfung verweisen wir auf den PNHR Steuertipp Nr. 320 aus Januar 2020.

IV. Unser Tipp

Da die Berechnung des Rentenfreibetrags und des Rentenanpassungsbetrages fehlerbehaftet ist, sollten diese genau prüft werden. Eine Bescheinigung der Werte kann auch von der zuständigen Rentenversicherung angefordert werden. Des Weiteren sollte immer auch geprüft werden, welche Aufwendungen – insbesondere Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen – Sie bei der Berechnung des zu versteuernden Einkommens gegenrechnen können. Sollten Sie eine Einkommensteuererklärung durch uns anfertigen lassen wollen oder sollten wir Sie hier unterstützen können, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

(Stand: 02.07.2020)

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