Grundsteuererlass – Voraussetzungen/Berechnungstool

 

Jahr für Jahr erhöhen etliche Kommunen die Grundsteuer für Hauseigentümer und Mieter, um die leeren Kassen aufzufüllen. Was Vermietern möglicherweise jedoch nicht bekannt ist, ist die Möglichkeit eines sogenannten Grundsteuererlassantrages. Wir klären die Voraussetzungen und geben Ihnen mit einem einfachen Berechnungstool die Möglichkeit, Ihr Recht auf einen Grundsteuererlass selbst zu ermitteln.

Wann kann ich einen Grundsteuererlassantrag stellen?

Die folgenden Voraussetzungen müssen erfüllt sein:

  1. Ertragsminderung im entsprechenden Jahr von mehr als 50 %
  2. Kein Eigenverschulden des Eigentümers an der Ertragsminderung
  3. Antrag für das abgelaufene Jahr bei der zuständigen Gemeinde bis zum 31.03. des Folgejahres

Eine Ertragsminderung von mehr als 50 % liegt vor, wenn die Jahresrohmiete des Vermietungsobjekts weniger als 50 % der üblichen Jahresrohmiete beträgt. Als Jahresrohmiete ist die tatsächliche Bruttokaltmiete anzusetzen, die die üblichen Betriebs- und Nebenkosten umfasst, nicht jedoch die Kosten des Betriebs der Heizungs-, Warmwasser- und Brennstoffversorgung. Es ist unbeachtlich, ob eine Miete nicht vereinnahmt wurde, weil die Wohnung unvermietbar war oder noch nicht vermietet wurde, oder aber, ob die Miete nicht gezahlt wurde, obwohl die Wohnung vermietet war. Kann nachgewiesen werden, dass die Miete weniger als 50 % der üblichen Jahresmiete betrug, wird auf Antrag ¼ der erhobenen Grundsteuer nachträglich erlassen. Eine Besonderheit gilt für Vermietungsobjekte, die im gesamten Jahr nicht vermietet wurden und bei denen die Jahresrohmiete € 0,00 betrug. In diesem Fall kann 50 % der erhobenen Grundsteuer nachträglich auf Antrag erlassen werden.

Beispiel:

Ein Vermieter hat ein Dreifamilienhaus mit einer Jahresrohmiete von € 24.000,00. Jede Wohnung erzielt eine Brutto-Kaltmiete von monatlich € 666,66. Zwei der drei Wohnungen stehen im Jahr 2015 komplett leer, sodass die tatsächliche Jahresrohmiete im Jahre 2015 lediglich € 8.000,00 beträgt. Da die Jahresrohmiete mit 33,3 % weniger als 50 % der üblichen Jahresrohmiete beträgt, kann der Vermieter einen Antrag auf Grundsteuererlass stellen, soweit die weiteren Voraussetzungen erfüllt sind.

Als zweite Voraussetzung muss der Vermieter im Grundsteuererlassantrag nachweisen, dass er an der Minderung der Jahresrohmiete kein Verschulden hat. Ein solches Eigenverschulden des Vermieters an der geminderten Einnahmesituation liegt beispielsweise vor, wenn der Vermieter utopische Preise verlangt, die kein Mieter zahlen würde oder sich der Eigentümer nicht dauerhaft und intensiv um die Vermietung der leer stehenden Flächen gekümmert hat. Typischerweise wird für das nachhaltige Bemühen um die Wiedervermietung als Anlage zum Grundsteuererlassantrag die Beauftragung eines Maklers oder die Kopie der selbst inserierten Zeitungs- bzw. Internetannoncen beigefügt. Aus der Erfahrung ist zu berichten, dass die Gemeinden erheblichen Wert darauf legen, dass ihnen eine nachhaltige Bemühung um eine Vermietung der leer stehenden Wohnung bzw. Immobilien konkret nachgewiesen wird.

Als dritte Voraussetzung ist zu beachten, dass ein Grundsteuererlassantrag bei der zuständigen Gemeinde spätestens bis zum 31.03. des auf das Ertragsminderungsjahr folgenden Jahres gestellt wird. Auch diese Ausschlussfrist ist unbedingt einzuhalten, da § 34 des Grundsteuergesetzes lediglich einen Erlass bis zum 31.03. des Folgejahres für zulässig hält.

Grundsteuererlassantrag – Berechnungstool

Wie hoch ist mein Anspruch als Hauseigentümer/Vermieter auf Grundsteuererlass?

Berechnungstool Grundsteuererlass
(in EUR)
 
(in EUR)
 
(in EUR)
 

Kein Verschulden des Vermieters an der Ertragsminderung, z. B. weil Makler beauftragt wurde, bzw. Zeitungs- oder Internetannoncen geschaltet wurden.

 

Antrag bis zum 31.03.2016 gestellt

 
 
 
 

Haben Sie Rückfragen zum Thema Grundsteuererlassantrag? Können wir Sie bei der Erstellung eines Grundsteuererlassantrages unterstützen? Jederzeit stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung unter dr.sebastian.geringhoff@pnhr.de oder unter 0221/54678-428.

Sie wünschen eine Beratung in diesem Tätigkeitsbereich oder haben weitere Fragen zu unserem Beratungsumfang? Kontaktieren Sie uns einfach für ein Treffen.

Letzte Aktualisierung

03.08.2017

Werkstudenten: Neuregelung der Versicherungspflicht von Studentenjobs ab 2017

Qualitätskanzlei

PNHR mit ausgezeichneter Beratungsqualität
Mehr erfahren …

PNHR Aktuell

Aktuelle Informationen kompakt aufgearbeitet in unserem monat­lich erscheinenden Newsletter.

Wir sind gerne für Sie da

  • PNHR Dr. Pelka und Sozien GmbH
    Rechtsanwaltsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft
  • PNHR Pelka Niemann Hollerbaum Rohde und Partner mbB
    Rechtsanwälte, Wirtschafts­prüfer, Steuerberater
  • PNHR GmbH
    Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft
  • PNHR CONSULTING GmbH
    Steuerberatungsgesellschaft

Kaiser-Wilhelm-Ring 3-5
50672 Köln Nordrhein-Westfalen Deutschland

Tel.: Work(0221) 546780
Fax: Fax(0221) 544028 PNHR Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater Köln
E-Mail: 

 
  • PNHR
    Dr. Pelka und Sozien GmbH

    Rechtsanwaltsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft

Niederlassung Berlin
Mauerstraße 86 - 88
10117 Berlin

Telefon: (030) 226 403 90
Telefax: (030) 226 403 99
E-Mail: kanzlei.berlin@pnhr.de

Niederlassung Essen
Helbingstraße 104
45128 Essen

Telefon: (0201) 565 810 40
Telefax: (0201) 565 810 99
E-Mail: kanzlei.essen@pnhr.de

 

Überblick: alle Kontaktdaten und Routenplaner

PNHR Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater Köln
QR-Code der vCard

Einfach den QR-Code scannen und die Daten als Kontakt aufs Smartphone laden.

Zum Scannen mit dem iPhone empfehlen wir die kostenfreie App Qrafter.